Lass den Kopf nicht hängen

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Flächenwidmungs- und Bebauungsplan

https://www.wien.gv.at/flaechenwidmung/public/start.aspx

Links oben Pötzleinsdorfer Höhe eingeben

http://www.wien.gv.at/…/flaechenwidm…/pdf/legende-flwbpl.pdf

Der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan ist veröffentlicht und einsehbar.
Die versprochene 1/3 Bebauung ist verschwunden.

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Flächenwidmungs- und Bebauungsplan
WIEN.GV.AT

Anzeige (Umweltbeschwerde)

Sehr geehrte Frau Mag.a Dr.in Andrea Schnattinger!
Sehr geehrter Herr Dipl.-Ing. Kubik!
Sehr geehrter Herr Dr. Rienesl!
Ich habe bereits vergangenes Jahr am 8.9.2014 per Email die Tatsache zur Anzeige gebracht, dass das Biotop, welches sich auf dem Umweltfriedhof Neustift am Walde befunden hat, vermutlich durch den Wohnfonds Wien zwischen 4.9.2014 und 5.9.2014 vollständig durch Zuschüttung mit Erdreich bzw. Schotter vernichtet wurde.
Des Weiteren wurde das gesamte Areal planiert –der Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge und anderen Insekten zerstört und damit Fledermäusen und Vögel die Futterquellen genommen. Gerade vor dem Winter wäre es für Vögel und Insekten wichtig gewesen, die Wiesen zu erhalten (Futterquelle und überwinternde Insekten in der Wiese).
Durch die vollständige Zerstörung dieses Habitats durch den Bauträger sind zahlreiche unter Naturschutz stehende Tiere getötet worden.
Bis dato ist dieses Biotop und die umliegende Landschaft nicht wieder hergestellt worden.
Ich gehe daher davon aus, dass Ihrerseits diesbezüglich nichts unternommen wurde.
Da jetzt bereits die Laichzeit einiger Amphibienarten begonnen hat und das Habitat noch immer nicht hergestellt wurde, gehe ich davon aus, dass weitere Schäden eintreten – es ist kein Laichplatz vorhanden, auch die Grundlage für die Nahrungsversorgung ist im September 2014 im betroffenem Areal zur Gänze vernichtet worden.
Die Wiener Umweltanwaltschaft schreibt in einer Ihrer Broschüren zum Thema Amphibien: „Bei Regen und Temperaturen über 10 Grad Celsius beginnt Anfang bis Mitte März die Krötenwanderung. Die Tiere kehren zum Ablaichen zurück an die Gewässer, in denen sie als Kaulquappen gelebt haben.
Das trifft nicht nur auf die Kröten zu, sondern ebenfalls auch auf andere Amphibienarten.
Es sieht derzeit aus wie eine Mondlandschaft!
Daher bringe ich diese Tatsache mit diesem Email noch einmal zur Anzeige (Umweltbeschwerde) und erwarte mir, dass entsprechend des Wiener Naturschutzgesetzes und des Wiener Umwelthaftungsgesetzes sofortige Maßnahmen zur vollständigen Wiederherstellung des zerstörten Habitats getroffen werden.
Es besteht hier seit dem Vorfall im September 2014 (vorsätzliche Tötung der Tiere und vollständige Zerstörung des Habitats) Gefahr im Verzug.
Auch die Wiener Stadtwerke haben in mehreren Ihrer im Internet veröffentlichten Dokumente über die Vernichtung des Biotops berichtet.
So z.B.: im Sachstandsbericht November 2014 – Nachhaltigkeitsmanagement der Wiener Stadtwerke – Förderung der Biodiversität auf Friedhöfen, Seite 21
Im Jahr 2013 haben die Friedhöfe Wien das etwa 7.000 m2 große Grundstück der ehemaligen Gärtnerei des Friedhofs an den
Wohnfonds Wien verkauft. Dabei wurde auch der Amphibienteich, der ein wesentlicher Projektbestandteil für den Umweltmusterfriedhof
war, mit verkauft. Dieser Teich wurde in der Folge vom Bauträger zugeschüttet. Dies hat natürlich negative Auswirkungen auf das
gesamte naturräumliche Management des Friedhofs.“
Ich bin verwundert, dass bis dato Ihrerseits keine Maßnahmen gesetzt wurden, wo es sich doch um den Biosphärenpark Wienerwald und in Kooperation mit dem Netzwerk Natur der MA 22 mitentwickelten Umweltfriedhofs handelt.
Die von mir angeregte Umweltverträglichkeitsprüfung ist auch nicht eingefordert worden – obwohl diese erforderlich wäre (Luftkorridor, Grünkorridor, vorkommen streng geschützter Arten, Wald- und Wiesengürtel, Biosphärenpark, Kühlfunktion für Wien, saubere Luftzufuhr, etc…).
Es ist belegt, siehe z.B.: Sachstandsbericht November 2014 der Wiener Stadtwerke, dass Friedhöfe ein hohes Maß an Biodiversität bieten.
Friedhöfe üben nicht nur eine wichtige Ausgleichsfunktion für das Stadt- bzw. Mikroklima aus („Grüne Lunge“) und wirken der
regionalen Luftverschmutzung entgegen. Sie sind auch wichtige Lebensräume für Pflanzen und Tiere. So bieten Friedhöfe eine
Vielzahl von Rückzugsstrukturen und ermöglichen damit eine große Artenvielfalt, was sie für den städtischen Biodiversitätsschutz
besonders wertvoll macht.
All diese Aspekte machen urbane Friedhofsflächen zu besonderen Orten (sogenannten Inseln) des Natur- und Artenschutzes, denen
man dementsprechend besonderer Bedeutung zukommen lassen sollte [18]. Denn „der Erhalt der Friedhöfe als ökologische Nische in
unserer belasteten Umwelt ist dringend erforderlich“ [19].
Friedhöfe sind hinsichtlich der biologischen Vielfalt besonders schützenswert, weil sie vor allem folgende Besonderheiten aufweisen:
• eine hohe Diversität an Arten2 (Artenvielfalt), mit einer Vielzahl bedrohter und/oder endemischer Arten3,
• große Ökosystem- und Struktur-/Habitat-Vielfalt und
• wertvolle Ökosystemdienstleistungen
Sachstandsbericht November 2014 – Nachhaltigkeitsmanagement der Wiener Stadtwerke – Förderung der Biodiversität auf Friedhöfen, Seite 9
In Erwartung einer raschen Instandsetzung des vom Wohnfonds Wien zerstörten Habitats und einer positiven Antwort Ihrerseits, verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Sabine Sobotka
______________________  _

Antwort Der MA 22

 Sehr geehrte Frau Sobotka,

bitte entschuldigen sie die feiertags- und krankheitsbedingt lange Dauer für die Beantwortung ihrer Anfrage.

Laut Aussage des Amtssachverständigen für Artenschutz der Wr. Umweltschutzabteilung – MA 22 hatte besagtes Gewässer keine Lebensraumeignung für Amphibien. Daraus resultiert, dass weder ein Verstoß gegen § 10 Wiener Naturschutzgesetz noch gegen § 7 Wiener Naturschutzverordnung vorliegen kann.

Die aktuellen Daten der Stadt Wien zeigen für diese Fläche kein Vorkommen einer Amphibienart. Braunfrösche und Erdkröten sind hier nicht zu erwarten, sie werden sich eher im waldreicheren Anteil des nahen Landschaftsschutzgebietes und an Bachrändern und größeren Teichen aufhalten. Für Wasserfrösche war das Gewässer jedenfalls zu klein, aus der näheren Umgebung (Einfamilienhausbebauung mit Gartenteich) zuwandernde Laubfrösche würden dieses Gewässer ebenfalls nicht annehmen. Für beide Arten fehlten besonnte Flachwasserbereiche, die sie für die Entwicklung der Kaulquappen benötigen.

Freundliche Grüße

Für die Wiener Umweltanwaltschaft

DI Wilfried Doppler

Wiener Umweltanwaltschaft

Muthgasse 62

1190 Wien

01-37979-88984

www.wua-wien.at